Windkraftnutzung
Generelle Situation
Die Nutzung von Windkraft hat sich in den vergangenen Jahren stark ausgebreitet. Ermöglicht wurde dies durch verbesserte Wirkungsgrade der Anlagen und gesetzliche Grundlagen zur Vergütung des Windstromes (Stromeinspeisegesetz 1990, Erneuerbare Energien Gesetz 2000). Die durchschnittliche Leistung der neu installierten Anlagen ist laufend gestiegen. Vor einigen Jahren wurden überwiegend Anlagen im Bereich 500 kW Leistung errichtet, heute sind Anlagen im Bereich 1,5 MW üblich.
Mit zunehmender Effizienz der Anlagen wurden auch windschwächere Gebiete im Binnenland wirtschaftlich interessant. Dies auch deshalb, weil an der Küste kaum noch Standorte für Anlagen gefunden werden können. Auch im Binnenland ist das Finden von Standorten nicht einfach. Folgende Bedingungen müssen zusätzlich zum Windangebot erfüllt sein:
1) Langfristige Nutzung des Aufstellortes muss gesichert sein
2) Alle notwenigen Genehmigungen müssen eingeholt werden können
3) Möglichkeit der Stromeinspeisung oder der Stromnutzung muss vorhanden sein
Beim zweiten Punkt sind vor allem die Klassierung des in Frage kommenden Flurstückes (Windvorranggebiet, Landschafts- oder Naturschutzgebiet) und die Abstände zu Wohnbebauung wichtige Kriterien. Zum dritten Punkt ist zu bemerken, dass viele vorhandene Leitungsnetze gemäß Aussagen der Energieversorger keine freien Kapazitäten mehr aufweisen. Dies kann dazu führen, dass potentielle Betreiber von Windanlagen neue Leitungen legen und/oder Umspannwerke finanzieren müssten. Dies ist sehr kostenintensiv und lohnt sich in der Regel nur für Windparks.
Kosten und Wirtschaftlichkeit
Die Kosten für eine komplett installierte und ans Netz angeschlossene Windkraftanlage im Bereich 500 kW liegt bei rund 1 Mio. DM, bei einer 1,5 MW-Anlage bei rund 3 Mio. DM. Je nach Standort und Masthöhe kann eine 500 kW-Anlage Strom im Wert von rund DM 100´000.- bis 150´000.- pro Jahr produzieren, eine größere Anlage entsprechend mehr.
Mit diesen Erträgen sind Windkraftanlagen auch im Binnenland und unter Berücksichtigung der Verzinsung und der Wartungs- und Versicherungskosten Windkraftanlagen wirtschaftlich zu betreiben. Dies ist der Grund, wieso potente Geldgeber in Windparks investieren.
Die Kosten kleinerer Anlagen sinken nicht proportional. Dies bedeutet, dass eine Anlage mit 100 Mal kleinerer Leistung nicht 100 Mal weniger kostet, sondern nur etwa 30 Mal weniger. Die Stromgestehungskosten liegen dann entsprechend höher. Aus diesem Grund werden vergleichsweise wenig kleine Anlagen errichtet. Eine nach wie vor anzutreffende Anwendung sind Inselanlagen für Anwendungen fernab von öffentlicher Stromversorgung (z.B. Windpumpen) .
Unabhängige Informationen
Windkraftinteressierten sei die Zeitschrift "Erneuerbare Energien" empfohlen. Diese widmet sich ausführlich der Windkraftnutzung. Infos unter Tel. 0511 / 8441932